• Geführte Atombunkertour im Moskauer Untergrund

    Mitten im Moskauer Norden – mitten in einem gewöhnlichen Wohngebiet – ist der Eingang zu einem streng geheimen Projekt. Jedenfalls war es das noch vor ein paar Jahren, als der kalte Krieg noch allgegenwärtig war.

    Der Bunker 42 bezeichnet einen zivilen Atombunker, der bis zu 2.000 Bewohner Moskaus Schutz vor einem nuklearen Angriff geboten hätte. Nach dem Ende des kalten Krieges wurde der Bunker umfunktionalisiert und zeigt seitdem Touristen und neugierigen Besuchern was passiert wäre, wenn…

    Direkt nach dem Eintreffen geht es 18 Stockwerke in die Tiefe, was anders ausgedrückt 57 m sind. Wer will, kann auch die Treppe nehmen, aber zu empfehlen st das sicherlich nicht, wenn man nicht völlig außer Atem unten ankommen will.

    Die Touren sind sowohl in russisch, wie auch in englisch buchbar und bringen einen in eine Welt, die man so live sicherlich eher selten sieht. Beklemmend eng und unter meterdickem Stahl sieht man die Schaltzentralen, welche im Ernstfall über Start oder Startabbruch eines Atomaren Erst- oder Rückschlages entschieden hätten.

    Ganz interessant ist, wie der Bunker entstanden ist. So wurden die enormen Erdberge, die abtransportiert werden mussten, über die Subway hinausgebracht. Dazu wurde extra ein Verbindungstunnel zwischen einem Bunkerschacht und der Metrolinie gegraben. In den zwei, drei Stunden in denen Nachts die Metro stillsteht, wurde dann der ganze Schutt aus der Stadt gebracht. Von den Anwohnern merkte niemand von dem Bau. Und auch von westlichen Agenten – so sagt jedenfalls unser Guide – wurde bis zum Ende kein Bunker vermutet.

    Insgesamt gehen die Touren eine knappe Stunde, man kann Fotos machen, kann mit allerlei Militäraccessoires herumspielen und bekommt sogar noch eine kurze Kalaschnikow-Show geboten bei der man auch selbst Laden und Entsichern darf.

    Insgesamt lässt sich sagen, dass der Bunker sicherlich interessant ist, gerade für Personen, welche so eine überwältigende, unterirdische Anlage noch nie gesehen haben. Falls man sich aber für die Thematik kalten Krieg oder die Atomwaffenabwehr interessiert, wird man ein wenig enttäuscht. Die Tour ist doch schon sehr auf Touristen und Effekthascherei ausgerichtet.

    Fotos der Bunkertouren gibt es hier.

    Tipp: Ist man mit Einheimischen unterwegs, lässt man lieber sie die Tickets kaufen. Es gibt zwei verschiedene Preisklassen.

     

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